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Jüdisches Leben in Göttingen - "Frauen mit Weitblick" besucht Synagoge

Wed, 26 Feb 2025 18:08:35 +0000 von Annette Becker

Alle guten Dinge sind drei. Beim dritten Anlauf hat es geklappt. Eine Gruppe der "Frauen mit Weitblick" hat sich auf den Weg nach Göttingen gemacht und besichtigte die kleine Synagoge.

Frau Langenbach aus der jüdischen Gemeinde hieß die Gruppe dort herzlich willkommen.

Viele wichtige Gegenstände gibt es in einer Sysnagoge. Am Eingang ist die Mesusa – eine Kapsel mit einer Pergamentrolle. Darauf stehen die ersten beiden Abschnitte des jüdischen Glaubensbekenntnisses Sch’ma Jisrael und erinnert Jüdinnen und Juden jedesmal beim hereinkommen an die Gebote Gottes. Auch ein Ständer mit Kopfbedeckungen - der  Kippa - steht bereit, die ausschließlich von Männer beim Eintreten in einer Synagoge zu tragen sind. Frauen sind von dem tragen einer Kopfbedeckung befreit. Direkter Blickfang in der kleine Göttinger Synagoge ist ein großer "Schrank", ein Toraschrein und dem darüber hängenden ewige Licht - es brennt Tag und Nacht in der jüdischen Synagoge. Es soll daran erinnern, dass Gott immer und überall anwesend ist. Der Toraschrein ist ein Schrein, in dem die Torarollen in der Synagoge aufbewahrt werden. Die Tora ist die heilige Schrift der Juden. Sie ist das heiligste in einer Synagoge überhaupt. Sie ist das Geschenk von Gott. Sie ist eine Schriftrolle, dessen Text in hebräisch ist und auf handgefertigtem Pergament geschrieben wurde sowie auf zwei Holzstäbe aufgewickelt ist. Die Tora enthält Berichte über die Schöpfung, Mose, die Wüstenwanderung und die Gesetze des Judentums. Die Torarolle darf nicht mit bloßen Händen berührt werden und darf nur von einem Rabbiner*in gelesen werden. Das Verlesen erfolgt mit dem Yad - den Zeigestock und auf der Bima, dem Lesetisch für die Tora. Der Blick schweift weiter auf die Menora, ein siebenarmige Leuchter - das älteste Symbol des jüdischen Volkes. Die Kerzen stehen für jeden der sechs Tage, an dem Gott die Welt erschaffen hat. Die siebte Kerze steht für den Schabbat, den Ruhetag. Neben dem siebenarmigen Leuchter gibt es auch die Chanukkia, einen neunarmige jüdische Leuchter. Die Chanukkia - spielt in den Tagen des jüdischen Lichterfestes Chanukka eine große Rolle.

Bei dem Rundgang durch die Synagoge fällt auch etwas historisches sofort auf. Die Synagoge birgt neben den jüdischen Gegenstände einen historischen Schatz - einen mittelalterliche Färberofen unter der Synagoge. Dessen Einblick durch eine Glasbodenplatte ermöglicht wird.

In den Ausführungen von Frau Langenbach wird auch erklärt was koscher ist. Es heißt, erlaubt nach jüdischen Regeln. Bei Essen z.B. bedeutet es, das kein Schwein und kein Fleisch mit Milch gegessen werden darf. Sie berichtet viel über das jüdische Leben, das Brauchtum, die Geschichte der Synagoge mit ihren Umzug in ein neues Leben nach Göttingen und nahm die Frauen auch in das jüdische Leben der Gegenwart in ihren Ausführungen mit. Die Geschichte jüdischen Lebens ist in Göttingen bis ins 13. Jahrhundert bezeugt: Am 1. März 1289 erlauben die Herzöge Albrecht und Wilhelm von Braunschweig der, die Stadt Göttingen, „den Juden Moyse und seine Nachkommen“ als Bürger in die Stadt aufzunehmen. Noch mehr wissenswertes zur Jüdischen Gemeinde Göttinge kann auch hier nachgelesen werden. 
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